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Breaking the mould - Daniel Franz Rappitsch

Der Titel der Ausstellung heißt übersetzt "das Brechen der Form" im Sinne von "neue Wege gehen". Etwas anders zu machen, als es zuvor immer gemacht wurde. Bisherige Traditionen brechen. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker betrug in Österreich im Jahr 2014/2015 34,4kg. Zucker ist in unserem Alltag stets präsent. Wir benötigen Zucker in unserem Körper bzw. produziert dieser selbst Zucker. Zucker hat aber auch den Status etwas Großartiges und Besonderes zu sein. Man könnte ihn als Luxusartikel beschreiben. Schon als Kind bekommt man, weil man so tapfer oder brav war, eine süße Belohnung. Diese Rituale verfestigen sich in unserem Leben. Auch Erwachsene belohnen sich nach einer Anstrengung meist mit etwas Süßem. Wir essen also Süßigkeiten um uns zu belohnen und um uns gleichzeitig auch etwas Gutes zu tun. Andererseits wissen wir auch, dass sich durch übermäßigen Zuckerkonsum das Risiko einer Zivilisationskrankheit wie Fettsucht, Bluthochdruck und Diabetes erhöht.

Diese Bilder bzw. deren Oberflächen bestehen zum größten Teil aus Zucker. Die Leinwände sind teilweise mit Ölfarbe grundiert. Auf diesen Untergrund wurde dann Zucker in Form von Fondant- und Eiweißspritzglasur aufgetragen. Die Arbeit mit Lebensmitteln bringt jedoch eine neue Herausforderung mit sich. Entscheidungen müssen aufgrund des Materials schneller getroffen werden bzw. muss jeder Arbeitsschritt vorab genau durchdacht werden. Dennoch ist das Material unberechenbar. Schon minimalste Abweichungen von der Rezeptur können das Endergebnis maßgeblich beeinflussen bzw. verändern. Auch die besonderen Materialeigenschaften und die hierfür erforderliche Arbeitsgeschwindigkeit üben auf den Produzenten einen Druck aus. Durch diese Komponenten war Daniel Franz Rappitsch gezwungen an das Ganze konzeptueller heranzugehen.

 

Für diese Werke hat Daniel Franz Rappitsch rund 35 kg verwendet. 35 kg eines kostbaren Lebensmittels. Der Rezepient steht vor einer Weggabelung der Zwiespältigkeit.

Ernährung - verschwenderischer Überfluss?

 

Daniel Franz Rappitsch: "Mein ganz besonderer Dank gilt der Bäckerei Moser für die jederzeit freundlich gewährte Unterstützung und Hilfsbereitschaft bei der Anfertigung dieser Arbeiten."